Nierenbeckenentzündung

Informationen für Betroffene und Angehörige

Diagnose einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Bei einer akuten Pyelonephritis geben dem Arzt, im Gegensatz zur chronischen Pyelonephritis, häufig die geschilderten Beschwerden einen ersten Hinweis auf die Erkrankung. Um nun die entsprechende Diagnose zu festigen, werden neben der ausführlichen Anamnese und der körperlichen Untersuchung weitere Untersuchungen notwendig. Zudem wird eventuellen Harnabflusshindernissen auf den Grund gegangen.

Diagnose einer akuten Nierenbeckenentzündung

Eine akute Pyelonephritis geht i. d. R. mit deutlichen Symptomen einher. Dies sind ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, heftige Schmerzen im Bereich des unteren Rückens, Druck- und Klopfempfindlichkeit in der Nierengegend, Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, schmerzhaftes und häufiges Wasserlassen, trüb-rötlicher Urin, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder ein vermehrtes Durstgefühl. Zur Sicherung der Diagnose werden Blut- und Urinuntersuchungen durchgeführt. Darüber hinaus werden Ultraschall, CT (Computertomographie), Röntgenkontrastdarstellungen (Urographie) oder Blasenspiegelungen veranlasst, um mögliche Ursachen für einen Urinstau, z. B. Nierensteine, festzustellen.

Diagnose einer chronischen Nierenbeckenentzündung

Eine chronische Pyelonephritis zeigt sich eher unspektakulär. Die Symptome können erhöhte Temperatur, Abgeschlagenheit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Blässe, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und ein vermehrtes Durstgefühl sein. Im späteren Verlauf kann sich ein Bluthochdruck entwickeln. Wie bei der akuten Nierenbeckenentzündung werden auch bei der chronischen Blut- und Urinuntersuchungen vorgenommen. Da der chronischen Pyelonephritis nicht selten ein behinderter Harnabfluss zugrunde liegt, gilt diesem ein besonderes Interesse. Eine Abflussstörung kann unter anderem bedingt sein durch Nierensteine, Tumoren, eine vergrößerte Prostata, Engstellen der ableitenden Harnwege oder Fehlbildungen im Bereich des Harntraktes. Eine Darstellung erfolgt mittels Ultraschall, CT, Urographie oder Blasenspiegelung.

Diagnose einer Nierenbeckenentzündung bei Kindern

Harnwegsinfektionen kommen bei Kindern oft vor. Sobald die Keime aufsteigen, kann sich eine Pyelonephritis entwickeln. Nierenbeckenentzündungen bei Kindern äußern sich z. B. durch hohes Fieber, Schüttelfrost, Bauchschmerzen, Schmerzen im Bereich des unteren Rückens, Blässe, Durchfall, Erbrechen, Beschwerden beim Wasserlassen und nächtliches Einnässen. Die Symptome können jedoch wesentlich unspezifischer und milder sein, weshalb häufig nicht an eine Pyelonephritis gedacht wird. Folglich sollte bei Kindern mit hohem Fieber unbedingt der Urin untersucht werden. Meistens weisen Kinder mit einer Nierenbeckenentzündung einen Urinstau auf. Dieser Urinstau kann zurückzuführen sein auf einen Vesikorenalen Reflux (syn.: Vesikoureteralen Reflux) – einen Rückfluss von Urin in die Harnleiter bis in das Nierenbecken. Die Ursache ist eine Fehlbildung der Harnleitermündung. Für die Diagnose werden das Miktionszysto-Urethrogramm und die Harnblasenspiegelung genutzt. Weitere Ursachen für einen Urinstau können Nierensteine, Tumoren, Fehlbildungen im Bereich des Harntraktes, Verengungen der Harnröhre oder Störungen der Blase und Blasenmuskulatur sein. Deshalb sind die Anamnese, die körperliche Untersuchung und die Blut- und Urinuntersuchung unerlässlich. Außerdem stehen Untersuchungsmethoden wie Ultraschall oder die Nierenszintigraphie, zur Beurteilung der Nierenfunktion, zur Verfügung.

Christa Windmüller

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